Sonnenaufgang bei Boppard.
Sonnenaufgang bei Boppard. Bild: fokke baarssen / shutterstock.com

Oberes Mittelrheintal

Burg Trifels im Pfälzerwald

Mit dem Untergang des Römischen Reiches brach die Land- und Wirtschaftsordnung in den germanischen Provinzen zusammen. Es folgte die Lehnsherrschaft, die den Winzer:innen Abhängigkeit und hohe Abgaben aufzwang.

Schloss Saarfels

Seit 100 Jahren erhebt sich mit Schloss Saarfels ein mittelalterlich anmutendes Winzerschloss über der Saar und erzählt von Optimismus und Selbstbewusstsein des deutschen Winzer- und Bürgertums.

Das steinerne Fass der Festung Rheinfels

Um die Garnison der Festung Rheinfels mit Wein zu versorgen, griff Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel zu einer ungewöhnlichen Methode: Ein „steinernes Fass“ sollte sämtliche Weinvorräte fassen können.

Geschichte der Gebinde

Die Verpackung des Weins war im Laufe der Zeit vielen Entwicklungen unterworfen. Allerdings kennzeichnet die Geschichte der sogenannten Gebinde auch eine bemerkenswerte Kontinuität.

Frömmigkeit im Weinberg

Seit der Antike drückten die Winzer:innen ihren Wunsch nach günstiger Ernte in der Anrufung von Gottheiten und Wetterpatron:innen aus.

Die SchUM-Städte und der Wein

Die SchUM-Städte sind seit ihrer Gründung eng mit dem Wein verbunden. Im Mittelalter war der koschere Wein aus Worms weltberühmt; in der Neuzeit prägten jüdische Händler:innen den Mainzer Weinhandel.

Die Hessische Weinbaudomäne

Großherzog Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt (1868–1937) war der Vater der Hessischen Weinbaudomäne. Seine Absicht war, die Qualität des Weins zu verbessern und einen Musterbetrieb zu schaffen, der den örtlichen Winzern dient.

Die Kupferbergterrasse in Mainz

Die Mainzer Kupferbergkellerei zählt zu den ältesten Schaumweinproduzenten des Landes. Zuvor war es deutschen Einwanderern in der Champagne gelungen, die Herstellung weiterzuentwickeln und einen umfassenden Vertrieb aufzubauen.

Die Kaiserpfalz in Ingelheim

Karl der Große gilt nicht nur als Erneuerer des römischen Kaisertums, als gnadenloser Eroberer sowie Förderer von Bildung und Künsten. Er war sogar der Vater des Weinbaus! Dass Karl I. die Straußwirtschaft erfunden hat, ist jedoch unwahrscheinlich.

Das Deutsche Weinbaumuseum

Das Deutsche Weinbaumuseum in Oppenheim beherbergt eine einzigartige Sammlung zur technischen Entwicklung des Weinbaus und der Weinerzeugung.

Die Liebfrauenmilch aus Worms

Liebfrauenmilch bezeichnete ursprünglich einen hochwertigen Wein aus dem Weingarten der namensgebenden Kirche in Worms. Später entwickelte sich daraus ein allgemeiner Marketing-Begriff für süße Weißweine aus verschiedenen Regionen.

Guntersblumer Kellerweg

Der Kellerweg in Guntersblum zeugt von der einstigen Bedeutung, die Weinkeller in der Region besaßen. Die markanten Keller verweisen auf mehrere historische Weinberufe wie den des Schröters, Visierers oder Küfers.

Weinkultur in Mainz

Die lebhafte Mainzer Weinkultur wurde touristisch erschlossen, um sie Besucher:innen leichter zugänglich zu machen. Lesen Sie einen weinorientierten Rundgang zu Höhepunkten und Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt.

Der Rote Hang in Nierstein

Die Hänge der Niersteiner Glöck gelten laut einer Ballade des 19. Jahrhunderts als älteste Weinlage Deutschlands. Die weltbekannte Lage ist ein schönes Ausflugsziel zum Wandern und Radfahren.

Villa rustica und Kelter bei Bad Dürkheim

Antike schriftliche Zeugnisse über römischen Weinbau in der Pfalz gibt es nicht. Nachweisbar ist dieser aber durch archäologische Funde. So fand man 1981 bei Bad Dürkheim ein römisches Weingut mitsamt einer Kelteranlage.

Weinmajestäten

Die Tradition, eine Weinkönigin zu wählen, entstand in der Pfalz zu Beginn der 1930er Jahre. Das Amt wurde anschließend von den Nationalsozialisten zur Weinvermarktung genutzt. Seit der Nachkriegszeit ist die Weinkönigin gewählte Repräsentantin des deutschen Weines.

Ludwig Basserman-Jordan aus Deidesheim

Die Geschichte von Ludwig Bassermann-Jordan ist eng verbunden mit der Entwicklung des Weinverbands VDP.

Das Riesenfass in Bad Dürkheim

Das größte Weinfest und das größte Weinfass der Welt – der Wurstmarkt und das Riesenfass zu Bad Dürkheim als Wahrzeichen der Weinkultur.

Haus der Deutschen Weinstraße

Das bis heute bedeutende touristische Konzept der Deutschen Weinstraße, deren Ende das Haus der Deutschen Weinstraße markiert, fußt wesentlich auf dem Erbe nationalsozialistischer Weinbaupolitik.

Rhodter Rosengarten

Seit dem 19. Jahrhundert plagen Rebläuse sowie Echter und Falscher Mehltau den europäischen Weinbau. Dass die Reben des Rhodter Rosengartens über 400 Jahre alt sind, ist darum eine Seltenheit.

Die kleine Kalmit

Aus dem urzeitlichen Meer stammen Muschel– und Kalkablagerungen, die sich mit Mergel, Löß und Lehm mischen. Vor dem Pfälzer Wald formten sie den Hügel „Die Kleine Kalmit“. Sie liefert unverkennbaren Wein.

Das Deutsche Weintor

Die Weinwirtschaft erfuhr im Nationalsozialismus eine gezielte propagandistische Vereinnahmung. So wurden die Weinverbände „gleichgeschaltet“ und die „Deutsche Weinstraße“ mit dem „Deutschen Weintor“ als Konzepte der Weinvermarktung etabliert.

Der Domnapf in Speyer

Der Domnapf in Speyer gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt. Besonders dann, wenn die große steinerne Schale mit Wein gefüllt ist, ruft sie Erinnerungen an ihre historische Bedeutung und das Brauchtum hervor.

Kloster Disibodenberg

Das Kloster Disibodenberg - Erste Wirkungsstätte Hildegard von Bingens und uralte Weinbaugeschichte. 2008 kam es zum Sensationsfund von fünf Rebstöcken der Sorte Weißer Orleans.

Freilichtmuseum Bad Sobernheim

Im Freilichtmuseum Bad Sobernheim an der Nahe wird der Alltag vergangener Epochen lebendig. Das WeinKulturGut im Haus Enkirch widmet sich sämtlichen Aspekten der Weinwirtschaft.

Die Burg Landsberg bei Obermoschel

Historische Aufzeichnungen der zerstörten Burg Landsberg bei Obermoschel zeugen von Leben und Wirtschaftstätigkeit rund um den Weinbau.

Kloster Rupertsberg

Die Benediktinerin Hildegard von Bingen war sehr vertraut mit der Weinherstellung. Am meisten schätzte sie am Wein seine medizinische Anwendung bei verschiedenen Krankheiten.

Der Rotenfels bei Bad Münster

Der Rotenfels an der Nahe bei Bad Münster am Stein-Ebernburg ist die größte Steilwand zwischen den Alpen und Skandinavien. Aufgrund seiner vielfältigen Mineralböden stellt er ein einzigartiges Weinbau-Terroir dar.

Weingut der Vereinigten Hospitien

Unter Napoleons Herrschaft wurde den kirchlichen Pflegeeinrichtungen in Trier diverse Weingüter übereignet. Im Zuge der Säkularisation waren zuvor enteignet und verstaatlicht worden.

Die Weinhandelsstadt Traben-Trarbach

Traben-Trarbach war einst das größte deutsche Weinhandelszentrum: Um 1900 soll in Europa nur in Bordeaux mehr Wein verkauft worden sein.

Klöster und Stifte am Mittelrhein

Im Mittelalter suchten Mönche die Abgeschiedenheit und errichteten Klöster und Stifte fernab der Städte. Sie passten die Landschaft ihren Bedürfnissen an und legten dafür eigene Weingärten an.

Das Neumagener Weinschiff

Wein war ein wichtiger Teil der Rationen der römischen Legionen. Meist wurde er auf Gewässern zu den Truppen transportiert. Das Neumagener Weinschiff zeugt von der Bedeutung des Weinkonsums an der Mosel zu römischer Zeit.

Römische Kelteranlage in Piesport

Die Bedeutung des Weins für die römische Gesellschaft machte auch an der Mosel Weinbau nötig. Bis heute zeugen davon neben Ruinen von Kelteranlagen auch lateinische Relikte in der Winzersprache.

Die Moselschleife

Weintourismus kam im 20. Jahrhundert auf. Ein beliebtes Urlaubsziel ist die steilste Weinbergslage Europas. Weinregionen bieten Erlebnisse in Natur und Kultur – und erfreuen alle Sinne.

Bacharach

Die Stadt Bacharach stieg im Mittelalter ab dem 13. Jahrhundert zum wichtigsten Weinumschlagplatz am Mittelrhein auf und wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts zu einem Pilgerort der Rheinromantik.

Oberes Mittelrheintal

Bereits im Mittelalter war das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz ein bedeutendes Weinbaugebiet und zentrale Durchgangspassage des europäischen Weinhandels. Seit 2002 ist es UNESCO-Weltkulturerbe.

Preußische Weinbaudomäne

Als Rebläuse und Mehltau den Weinbau bedrohten, entwickelten die preußischen Weinbaudomänen im 19. Jahrhundert schädlingsresistente Reben und leiteten die örtlichen Winzer an, qualitativ hochwertigen Wein zu produzieren.

Genossenschaftsidee

Ab Ende der 1860er Jahre entstanden an der Ahr die ersten Winzergenossenschaften auf deutschem Boden. Einige sind noch heute erhalten.

Rotwein an der Ahr

Die Ahr ist das größte geschlossene Rotweinanbaugebiet Deutschlands. Seit Ende des 17. Jahrhunderts dominiert im Ahrtal der Anbau von Früh- und Spätburgundern mit über 80 Prozent der Rebflächen.

Die Bedeutung des Rheins für den Weinhandel

Die Kulturlandschaft des Oberen Mittelrheintals erstreckt sich auf etwa 65 Kilometern entlang des Mittelrheins, der sich zwischen Bingen und Koblenz durch das Rheinische Schiefergebirge schlängelt. Seit 2002 ist dieses Engtal, das seit dem 19. Jahrhundert Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft ist, UNESCO-Weltkulturerbe – nicht zuletzt aufgrund seiner Weine.[1]

Das Obere Mittelrheintal war bis in die Neuzeit auch für den europäischen Weinhandel die zentrale Transport- und Handelsroute. Bereits in römischer Zeit wurde Wein über den Rhein aus dem Mittelmeerraum in die römischen Siedlungen und Lager an den Mittelrhein transportiert. Durch die zunehmende Entstehung von Städten am Rhein ab dem 12. Jahrhundert, die zu dominanten Akteuren des Rhein- und Weinhandels avancierten, entwickelte sich der Rhein zur zentralen Transportlinie zwischen Nordeuropa (d. h. Flandern, England, Nord- und Ostsee) sowie Oberitalien und dem Mittelmeerraum. Im Mittelrheintal, als Nadelöhr zwischen Mainz und Köln, waren Weinbau und -handel bis ins 18. Jahrhundert der wichtigste Wirtschaftszweig.[2] Der Wein war auf dieser bedeutenden Handelsachse die „Königsware“ des Rheinhandels.[3]

Ab dem 13. Jahrhundert war die Reichs- und Hansestadt Köln – vielfach auch das „Weinhaus der Hanse“ genannt – das Zentrum des Weinfernhandels und der bedeutendste Weinstapelplatz im Reich. Die Stadt Köln bezog ihren Wein vorwiegend aus dem Oberen Mittelrheintal. Von dort aus wurde der Wein von den schmaleren „Oberländer“- auf die größeren „Niederländer“-Schiffe verladen und in den Nord- und Ostseeraum verschifft.[4] Neben Köln war Frankfurt am Main mit seiner Herbstmesse eine weitere zentrale Zwischenhandelsstation gen Norden und Osten, vor allem nach dem Niedergang der Champagnemessen Mitte des 14. Jahrhunderts. Gehandelt wurden insbesondere Weine aus dem Elsass, die zu den begehrtesten Exportweinen des Spätmittelalters zählten.[5]

Stapelrecht

Recht einer Stadt, auswärtige Kaufleute zu verpflichten, dass diese ihre Handelsgüter in der Stadt „stapeln“, d. h. zum Verkauf anbieten. Diese Handelseinschränkung für den Fremdhandel sollte die heimische Wirtschaft in protektionistischer Hinsicht schützen, die Stadt umgehende Handelsströme verhindern und den Stadtbürgern ein breiteres Warenangebot erschließen.

Durch die aufkommende Konkurrenz des Bieres sowie die vorausgehende Weinüberproduktion verschlechterte sich ab Mitte des 15. Jahrhunderts zunehmend die Qualität des Weines – Weinproduktion und -handel gingen in der Folgezeit allmählich zurück.[6] Die Klimaverschlechterung, die hohen Rheinzölle ebenso wie die kriegerischen Auseinandersetzungen des 16. und 17. Jahrhunderts, so u. a. der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648, beschleunigten diesen Rückgang.[7] Erst ab dem späten 18. bzw. dem 19. Jahrhundert wurde der Wein als Konsum- und Handelsware wieder begehrter – nun allerdings immer stärker als gezielt vermarktetes Qualitätsprodukt.[8]

Urheberschaft

Autor: Felix Maskow
Redaktion: Simeon Guthier
Stand: 22.12.2021

  1. [1] Brönner, Wolfgang: Vorwort des Herausgebers, in: Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (Hg.): Das Rheintal von Bingen und Rüdesheim bis Koblenz. Eine europäische Kulturlandschaft, Bd. 1. 2. Aufl. Mainz 2002, S. 3–5, hier S. 3; o. A.: Das Mittelrheintal als Kulturlandschaft von europäischer Bedeutung. Einleitendes und Abgrenzendes zur Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal, in: Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz (Hg.): Das Rheintal von Bingen und Rüdesheim bis Koblenz. Eine europäische Kulturlandschaft, Bd. 1. 2. Aufl. Mainz 2002, S. 9–21, hier S. 9. Vgl. auch deutscheweine.de (Aufruf am 22.09.2021); welterbe-mittelrheintal.de Gebietskulisse (Aufruf am 22.09.2021); [{n}]
  2. [2] Irsigler 2010, S. 33, 35, 48; Kellenbenz 1963, S. 103–108; o. A. 2002, S. 9; Ossendorf 1996, S. 10; Pohl 2002, S. 304, 309; Rothmann, Michael: Die Frankfurter Messe als Weinhandelsplatz im Mittelalter, in: Matheus, Michael (Hg.): Weinbau zwischen Maas und Rhein in der Antike und im Mittelalter. Mainz 1997 (Trierer historische Forschungen 23), S. 365–420, hier S. 368–369; Rothmann 2019, S. 63–65; Schüler-Beigang 2002, S. 361; Volk 1998, S. 155–156, 698, ferner S. 155–243.
  3. [3] Irsigler 2010, S. 35, 48; Rothmann 2019, S. 69–70; Volk 1998, S. 698.
  4. [4] Irsigler, S. 35–44, 48–49, 53; Kellenbenz 1963, S. 107–109; Kellenbenz, Hermann: Der Aufstieg Kölns zur mittelalterlichen Handelsmetropole, in: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 41 (1967), S. 1–30; Militzer, Klaus: Handel und Vertrieb rheinischer Weine über Köln im Spätmittelalter, in: Gerlich, Alois (Hg.): Weinbau, Weinhandel und Weinkultur. Sechstes Alzeyer Kolloquium. Stuttgart 1993 (Geschichtliche Landeskunde 40), S. 165–187, hier S. 165–166, 171–172, 174, 180–185; Ossendorf 1996, S. 6–33, 42–44; Rothmann 1997, S. 366–367, 370, 374–375, 386–392; Rothmann 2019, S. 64–69; Schreiber 1980, S. 102–103; Volk 1998, S. 700–717, 723–724.
  5. [5] Irsigler 2010, S. 36–41, 53; Kellenbenz 1963, S. 107–109; Ossendorf 1996, S. 6, 9; Rothmann 1997, S. 366–367, 370, 374, 386–392; Rothmann 2019, S. 65–66.
  6. [6] Irsigler 2010, S. 48–49; Militzer 1993, S. 174, 180; Ossendorf 1996, S. 113–115; Pohl 2002, S. 304, 307–308.
  7. [7] Maier 1997, S. 473–474; Pohl 2002, S. 307–308.
  8. [8] Pohl 2002, S. 308–313; Schüler-Beigang 2002, S. 361.